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Als junges Mädchen hatte ich einen Hoteljob. Wäsche aufhängen gehörte  zu meinen Aufgaben. Ich erhielt genaue Anweisungen wie das zu geschehen hatte. Eine Sache die es unbedingt zu beachten galt war, das sparen von Wäscheklammern. Die Hotelbesitzer hatten ein ausgeklügeltes System entwickelt, mit  möglichst wenigen Klammern möglichst viel Wäsche aufzuhängen. Es gab einfach zu wenig Klammern.

Einmal bekam ich großen Ärger, als nur wenig Wäsche angefallen war und ich leichtfertiger weise die Betttücher, einfach ohne Klammersparsystem aufgehängt hatte.

So kam ich zu dem Schluss, das Wäscheklammern wertvoll und sicher sehr teuer sind! Was sonst, sollte der Grund sein so sparsam damit umzugehen?!

Später als ich meinen ersten eigenen Haushalt hatte, glaubte ich das noch immer  und führte genau jenes Aufhängsystem weiter. Ich war besonders stolz darauf wie gut ich das konnte und schimpfte meinen Partner wenn er es nicht genau so machte. Das hatte relativ schnell zur Folge das er ‚Wäscheaufhängen’ künftig unterließ.

Wusste ich es doch, man hatte mich gewarnt – Männer sind faul und helfen nur ungern im Haushalt!

Aus einem geheimnisvollen Grund wurden, die mit der Wohnung übernommenen Klammern, trotzdem immer weniger und schwanden zusehends dahin. Das brachte mich dazu das Trocknungs-  – System nochmals zu optimieren. Oh, was war ich stolz auf meine Künste!

Erst als der Klammerkauf wirklich unaufschiebbar wurde, machte ich mich widerwillig auf, in ein Geschäft. Dort gab es zwei Sorten Wäscheklammern. Egal ob Plastik oder Holz, diese Päckchen waren sehr billig und ich wurde misstrauisch. War ich in einem Billigladen? Sicher schlechte Qualität, deshalb ging ich unverrichteter Dinge wieder nach Hause. Vom zweiten Ausflug in die Kaufwelt brachte ich dann doch ein Päcken ‚Billigklammern’ mit – es half ja nichts, besser Schlechte als keine, denn ich brauchte dringend welche.

Und siehe da – nichts war falsch daran – alles funktionierte wunderbar. Das gab mir doch zu denken!  So einfach geht das mit den Wäscheklammern? Sollte das wirklich wahr sein –  ich kann mich jederzeit,  mit einer Fülle von Wäscheklammern ausstatten?! Ich war fassungslos! Anfangs noch zögerlich, später genussvoll verwende ich seither verschwenderisch viele Klammern! Ich liebe Wäsche aufhängen!

Tja, so ist das mit vielen Überzeugungen! Man bekommt sie beigebracht und später kommt keiner mehr auf die Idee sie zu überprüfen. Sie sind als ‚Wahrheit’ in Fleisch und Blut übergegangen. Sie werden sogar ungeprüft, mit Nachdruck an andere weitergegeben. Wenn diese dann streiken, fühlt man sich verraten und alleine gelassen ohne den eigenen Beitrag daran zu erkennen.

Selbst wenn die Realität andere Tatsachen nahe legt, man kann und will es nicht glauben, und sucht nach dem versteckten Haken! Oft erst, wenn die Not groß und der Handlungsbedarf dringend wird, ist man bereit über den eigenen Schatten zu springen und alte Glaubenssätze anzutasten.

Es kann aber auch anders und einfacher gehen! Die Frage, welche Verhaltensweise dich an deinen Mitmenschen ärgern, kann ein sehr nützlicher Wegweiser  zu hinderlichen Glaubenssätzen sein!

Ich gebe zu, nicht immer ist es so einfach wie in diesem Fall aber dran bleiben lohnt sich!

Übung:

  • Denke an eine Sache oder Menschen die dich die dich ärgert. Was genau stört dich?
  •  Versuche es möglichst klar für dich zu umreißen. Schreibe es in maximal drei  kurzen Sätzen auf.
  •  Schreibe weiterhin welche Handlungsweise du für richtig erachten würdest! (Auch maximal drei kurze Sätze)
  •  Jetzt fühle in Dich hinein – wer spricht da, woher kommt diese Idee, dieser Auftrag? Wann bist du zum erstenmal auf die Idee gekommen es genau so zu wollen? Warum glaubst das genau dies die einzig richtige Verhaltensweise sei? Schreib es dir in kurzen Sätzen auf.
  •  Kannst du wirklich 1000 % sicher sein das dies die einzige gute Möglichkeit ist die Sache anzugehen?
  •  Unternimm eine Realitätsprüfung! Was geschieht wirklich?

Wenn Du magst, kannst du ab heute jeden Menschen der dich, nervt als Helfer betrachten der dir geschickt wurde um lästigen Datenmüll los zubekommen.

Dein PC braucht  manchmal eine Update  – du auch!

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